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Allgemeine Hinweise und Verarbeitungsrichtlinien

 

Porenbeton-Mauerwerk ist nach DIN 1053 Teil 1, Ausgabe Feb. 1990 bzw. DIN 1053 Teil 2, Ausgabe Juli 84 zu verarbeiten. 
Zur ordnungsgemäßen Ausführung eines Bauwerkes gehören bautechnische Unterlagen von Architekten oder/und Statikern. 
In der DIN 1053 Teil 1 heißt es dazu:
Bautechnische Unterlagen: 
Als bautechnische Unterlagen gelten insbesondere die Bauzeichnungen, der Nachweis der Standsicherheit und eine Baubeschreibung sowie etwaige Zulassungs- und Prüfbescheide. 
Für die Beurteilung und Ausführung des Mauerwerks sind in den bautechnischen Unterlagen mindestens Angaben über:
a) Wandaufbau
b) Art, Rohdichteklasse und Druckfestigkeitsklasse der zu verwendenden Steine
c) Mörtelart, Mörtelgruppe
d) Ringanker und Ringbalken
e) Schlitze und Aussparungen
f) Verankerungen der Wände
g) Bewehrungen des Mauerwerks
h) verschiebbare Auflagerungen
erforderlich.
Zur Ausführung und Verarbeitung gibt die DIN 1053 Teil 1 einige wichtige Hinweise, nachfolgend entsprechende Auszüge:
Allgemeines  
Bei stark saugfähigen Steinen und/oder ungünstigen Umgebungsbedingungen ist ein vorzeitiger und zu hoher Wasserentzug aus dem Mörtel durch Vornässen der Steine oder andere geeignete Maßnahmen einzuschränken, wie z.B. durch Verwendung von Mörtel mit verbessertem Wasserrückhaltevermögen.
Lager-, Stoß- und Längsfugen. Vermauerung mit Stoßfugenvermörtelung  
Bei der Vermauerung sind die Lagerfugen stets vollflächig zu vermauern bzw. bei Dünnbettmörtel der Mörtel vollflächig aufzutragen. 
Stoßfugen sind in Abhängigkeit von der Steinform und vom Steinformat zu verfüllen bzw. 
Bei Dünnbettmörtel der Mörtel vollflächig aufzutragen, dass die Anforderungen an die Wand hinsichtlich des Schlagregenschutzes, Wärmeschutzes, Schallschutzes sowie des Brandschutzes erfüllt werden können. 
Die Dicke der Fugen soll so gewählt werden, dass das Maß von Stein und Fuge dem Baurichtmaß bzw. dem Koordinierungsmaß entspricht. 
In der Regel sollen die Stoßfugen 10 mm und die Lagerfugen 12 mm dick sein. 
Bei Vermauerung der Steine mit Dünnbettmörtel muss die Dicke der Stoß- und Lagerfuge 1 bis 3 mm betragen.

Zur Ausf. und Verarbeitung gibt die DIN 1053 Teil 1 einige wichtige Hinweise, nachfolgend entsprechende Auszüge:

Ohne Stoßfugenvermörtelung
Vermauerung ohne Stoßfugenvermörtelung 
Soll bei Verwendung von Normal-, Leicht- oder Dünnbettmörtel auf die Vermörtelung der Stossfugen verzichtet werden, müssen hierzu die Steine hinsichtlich ihrer Form und Maße geeignet sein. 
Die Steine sind stumpf oder mit Verzahnung, z.B. durch ein Doppel- Nut- und Feder - system ohne Stoßfugenvermörtelung knirsch zu verlegen bzw. ineinander verzahnt zu versetzen
Bei nicht knirsch verlegten Steinen mit Fugendicken ab 5 mm müssen die Fugen an der Außenseite beim Mauern mit Mörtel verschlossen werden. 
Die erforderlichen Maßnahmen zur Erfüllung der Anforderungen an die Baustelle hinsichtlich des Schlagregenschutzes, Wärmeschutzes, Schallschutzes sowie des Brandschutzes sind bei dieser Vermauerungsart besonders zu beachten.
Verband 
Es muss im Verband gemauert werden, d.h. die Stoß- und Längsfugen übereinanderliegender Schichten müssen versetzt sein. 
Das Überbindemaß ü (Bild aus DIN 1053 T1 - Vermauerung von Steinen ohne Stoßfugenvermörtelung [Prinzipskizze]) muss ü größer als 0,4 h bzw. Größer 45 mm sein. 
Die Steine einer Schicht sollen gleiche Höhe haben.


ü > 0,4 h > 0,45


ü > 0,4 h > 0,45

VERARBEITUNG PLANBLÖCKE
Mit Porenbeton bauen heißt, massiv bauen. 
Die großformatigen Planblöcke mit rationeller Doppelnut- und Federprofilierung und Grifftasche lassen sich nicht nur schnell und einfach vermauern (Mörtelschicht nur 1 - 3 mm, nahezu fugenlos!) sondern auch leicht bearbeiten. 
Passstücke werden ebenso problemlos gesägt, wie Schalterdosen gebohrt oder Leitungsschlitze gefräst.
  Der Planblock-Mörtel ist ein Fertigtrockenmörtel in Pulverform und wird in Papiersäcken mitgeliefert. 
Er muss wie hydraulische Bindemittel trocken gelagert werden. 

Um Dosierungsfehler zu vermeiden, den Planblock-Mörtel immer nur Sackweise anmachen. 
Planblock-Mörtel in Wasser einschütten, der Wasserbedarf ist auf den Säcken angegeben.

  Mit dem Quirl an niedrigtouriger Bohrmaschine durchmischen bis eine zähflüssige Masse entsteht. 

Die Konsistenz des Mörtels ist richtig, wenn die Furchen beim Aufziehen der Lagerfuge hinter der Zahnung der Planblock-Kelle sichtbar bleiben.



Lagerflächen auf Fundamenten oder Kellerdecken mit ca. 1 cm dicker Mörtelfuge (MG IIa oder MG III) einebnen, darauf in Wandbreite einen Streifen nackter Bitumenpappe verlegen. 
In eine weitere frische Mörtelschicht den Planblock versetzen. 
Die Papplage kann auf den folgenden Geschossdecken entfallen.
  Eventuell vorhandene Unebenheiten in der Lagerfuge mit einem Schleifbrett oder mit dem Porenbeton-Hobel  egalisieren..


Den Planblock mit Wasserwaage und Gummihammer ausrichten. 

An Gebäudeecken soll die Federseite immer nach außen zeigen.

Praktisch sind die Grifftaschen.

Für die folgenden Schichten mit der Porenbeton- Plankelle den Mörtel für die Lagerfuge auftragen.



Anschließend mit der Zahnung der Plankelle den Planblock-Mörtel gleichmäßig über die ganze Wandbreite verteilen, so dass ein vollfugiges Mauerwerk entsteht.


Den Porenbeton-Planblock in das frische Mörtelbett setzen.  
Die Blöcke müssen knirsch an knirsch verarbeitet werden, 
die Stoßfuge soll nicht mehr als 1 -2 mm klaffen.



  Den Porenbeton-Planblock mit Gummihammer in die richtige Lage der Mauerflucht bringen und ausrichten. 

Von Fall zu Fall mit der Wasserwaage die lotrechte Lage kontrollieren.




Passstücke mit der Porenbeton-Säge unter Zuhilfenahme des Porenbeton-Sägewinkels schneiden.




Leichter geht das Schneiden mit der Bandsäge. 

Sie ist bei Kolonnenarbeit oder größeren Baustellen sehr zu empfehlen.


An den hochgezogenen Ecken herausstehende Feder mit der Porenbeton-Säge abschneiden.






VERARBEITUNG PORENBETON GROSS- UND MODULBLOCK.
Der Porenbeton-Großblock und der Porenbeton-Modulblock wird ähnlich wie der Planblock mit Planblock-Mörtel verarbeitet.

Aufgrund seines verhältnismäßig hohen Gewichts und der größeren Abmessungen ist zum Versetzen ein Minikran erforderlich und zum Schneiden von Passstücken oder Aussparungen eine langsam laufende Kettensäge.





Das Abladen der Paletten erfolgt mit einem Baustellenkran und der Porenbeton-Entladegabel. 

Die Paletten sind in der Nähe der Verarbeitungsstelle (Schwenkbereich des Minikrans) zu platzieren



Der Porenbeton-Modulblock wird stehend mit Nut und Feder und immer 2 Stück aneinandergereiht ausgeliefert. 
So ist es möglich, zwei Modulblöcke mit einer Zange zu greifen und zu verarbeiten.
Die erste Schicht ist in ein Mörtelbett zu setzen (Lagerfuge MG III). 
Die horizontale Abdichtung erfolgt nach DIN 18195;
Die Stoßfugen beim Großblock werden mit Planblock-Mörtel vermörtelt. 
Beim Modulblock mit Nut und Feder entfällt dieser Arbeitsgang.
In der 1. Schicht sollten nach Möglichkeit die Höhenausgleichssteine verarbeitet werden.
Ab der 2. Schicht ist der Planblock-Mörtel aufzutragen.
Die Porenbeton-Großblöcke bzw.- Modulblöcke mit dem Gummihammer nach der Schnur ausrichten.
Ausschnitte für Porenbeton-Stürze und Rollladenkästen führt man am besten mit einer langsam laufenden Kettensäge durch. 
Das gleiche gilt auch für Aussparungen wie z.B. für Installationen. 
Aussteifende Wände aus Planblöcken können stumpf angeschlossen werden, wenn die auszusteifende Wand als zweiseitig gehaltene Wand nach DIN 1053 berechnet wurde. 
Luftschichtanker für zweischalige Mauerwerk nur in den Lagerfugen anordnen, 
Abstand höchstens 25 cm
VERARBEITUNG PORENBETON DACH- UND DECKENPLATTEN.
Die Platten sind entsprechend der DIN 4223 und den Zulassungen einzubauen. 
Es wird empfohlen vor Montagebeginn die entsprechenden Zulassungen zu lesen. 
Im folgenden sind die wichtigsten Punkte zusammengestellt:
Lagerung:
Die Platten sind so zu befördern und zu lagern, dass Beschädigungen und Durchfeuchtungen nicht auftreten. 
Einbau:
 
Stark beschädigte Platten, deren Tragfähigkeit vermindert ist, dürfen nicht eingebaut werden. 
Nur Platten - wie geliefert - einbauen, Kürzungen sind nicht gestattet. 
Stemmarbeiten an Platten sind verboten, nur Fräsen, Sägen, Trennscheiben oder Bohrer verwenden.
Aussparungen für Rohrdurchführungen bis 15 cm möglichst in den Fugen können mit geeignetem Werkzeug (nie Hammer und Meißel) auf der Baustelle hergestellt werden.
Nicht ebene Auflagerflächen mit Zementmörtel ausgleichen.
Auflagertiefen auf Mauerwerk 7 cm oder größer,
Stahlbeton 5 cm oder größer,
Stahl 3,2cm oder größer aber immer größer 1/80 der Stützweite.
In den Längsfugen der Deckenplatten ist ein Bewehrungseisen mit einem Durchmesser von 8 mm einzulegen.
Alle Nuten und Querfugen mit Zementmörtel (MG III) vergießen, vorher säubern und annässen.
Begehen und Belasten:
Platten mit Nut und Feder dürfen sofort nach dem Verlegen begangen werden.
Größere Belastungen, z.B. durch Steinpaletten erst nach Fugenverguss möglichst auf lastverteilenden Bohlen aufbringen.
Für Porenbeton-Deckenplatten fertigt die zuständige Porenbeton-Gesellschaft speziell für jedes Gebäude Verlegepläne an und stellt die statische Berechnung zur Verfügung.

Die Auflagerflächen für die Deckenplatten auf dem Mauerwerk müssen eben sein, evtl. ist ein Ausgleich mit Mörtelgruppe III vorzunehmen.

Direkt vom LKW können die Porenbeton Deckenplatten auf das vorbereitete Mauerwerk mit dem Dachplattengreifer verlegt werden.


Platte für Platte wird mit dem Spannbügel dicht aneinandergezogen. 
Dadurch greift Nut und Feder kraftschlüssig ineinander.




Sind alle Deckenplatten verlegt, erfolgt die Abmauerung für den Ringanker mit dem Deckenrandstein und das Einlegen der Ringankerbewehrung. 
Über Abstandshalter ist die erforderliche Eisenüberdeckung nach DIN1045
(2 cm) einzuhalten. 
In den Längsfugen ist ein Bewehrungseisen Durchmesser 8 mm einzulegen.


Anschließend den Ringanker und die Deckenplatten-Längsfugen satt mit B 15 max. Korngröße 8 mm ausfüllen. 

Bei kleineren Deckenfeldern ist sicher auch Baustellenmörtel verwendbar, 
bei größeren Deckenflächen empfiehlt sich Transportbeton zu verwenden. 
Der Beton ist durch stochern zu verdichten.

Beton-Bedarf für Fugen:

Dicke in cm
20
24
30

Breite in cm
62,5
62,5
62,5
Richtwerte für Verbrauch von Fugenvergussmörtel
4,2 L/m²
5,2 L/m²
6,5 L/m²
Beton-Bedarf für Ringanker:
Dicke (Höhe) in cm

20
24
30
Breite in cm

10,0
10,0
10,0
Verbrauch L/m

22
26
33
Gebäudetrennfugen zwischen Doppel- oder Reihenhäusern sind so auszuführen, dass die Fuge immer sauber bleibt. 

Verschmutzungen und Mörtelbrücken verschlechtern ganz erheblich die Schalldämmung.




Das Porenbeton-Wohndach
Auch für das Wohndach fertigt die zuständige Porenbeton-Gesellschaft für jedes Gebäude spezielle Verlegepläne und stellt die statische Berechnung zur Verfügung.

Die Auflager für die Dachplatten auf den Mauerwerksschotten müssen eben sein. 
Unter Umständen reicht das Schleifen mit einem Schleifbrett.

Begonnen wird mit der Dachplattenverlegung an der Traufe mit der untersten Platte. Bei steiler Dachneigung ist evtl. eine Abrutschsicherung vorzusehen.

Es folgt Platte auf Platte und in kurzer Zeit ist die Dachfläche abgedeckt.