4.3 Kalksandsteine
Wirtschaftliches Mauerwerk
Der wahrscheinlich preisgünstigste
Wandbaustoff dürften die Kalksandsteine
sein. Sie werden zumeist in kleineren Werken hergestellt, die überall dort gebaut
werden, wo es guten Sand, d.h. Quarzsand gibt. So sind zumeist die Transportkosten - sowohl für das Rohmaterial als auch für das Fertigprodukt
- niedrig.
Bevor Sie nun "in die Details gehen", die wir
zumeist von den Herstellern "abgekupfert" haben, einen kleinen
Überblick über die Vor- und Nachteile dieses Materials:
Vorteile:
- sehr
preisgünstig,
- überall schnell und problemlos
verfügbar,
- alle üblichen und genormten
Steinformate erhältlich,
- auch Großblöcken verfügbar,
- U - Steine und Stürze,
- auch als Verblender und
Vormauersteine lieferbar,
- sehr gute Schalldämmwerte,
- guter Putzträger,
- hohe Festigkeit = gut für
Befestigungen,
- große Tragfähigkeit,
- problemlos zu verarbeiten,
Nachteile:
- hohes
Gewicht,
- schlechte Wärmedämmung,
- wassersaugend,
- empfindliche Nasen merken lange den
Kalkgeruch,
Kalksandsteine
Zum Thema "preisgünstiges
Bauen" schreiben die Kalksandsteinhersteller:
"Bauen
muss bezahlbar bleiben. So lautet eine Grundforderung der Bauinteressenten an
den Markt. Der Wunsch nach den eigenen vier Wänden, ob im freistehenden
Einfamilienhaus, im Reihenhaus oder in der Etagenwohnung, ist ungebrochen. Die
Verwirklichung dieses Wunsches wird aber vielen Bauwilligen durch stetig
steigende Baukosten erschwert. Die Folge: brachliegende Marktpotentiale. Auch
Kapitalanleger rechnen mit spitzem Stift, was sie für ihr Geld bekommen, wenn
sie in den Wohnungsbau investieren. Hohe Bauqualität zu tragbaren Kosten ist
gefragt, damit die Mieten bezahlbar bleiben.
Die Lösung:
kosten- und flächensparendes Bauen
Große
Einsparungen lassen sich erzielen, wenn bei der Planung und Ausführung von
Bauvorhaben bereits bewährte, aber weithin wenig beachtete, Rationalisierungsmöglichkeiten
stärker ausgeschöpft werden. So lassen sich z. B. durch Optimierung des
Tragwerks beträchtliche Einsparungen erzielen. Die Entscheidung, lastabtragende
Wände statt 24 bis 36,5 cm nur 17,5 oder 11,5 cm dick auszuführen, löst bei
den Kosten eine Kettenreaktion von Vorteilen aus. Die Stoffkosten sinken. Wenn
Trennwände Deckenauflasten abtragen und Stützweiten vermindert werden, können
die Decken dünner dimensioniert werden. Das ergibt Einsparungen bei Beton und
Bewehrungsstahl. Die Verwendung schlanker Wände bringt zudem bei gleichen Außenabmessungen
des Gebäudes Nutzflächengewinne von 5 bis 7%, ohne an der Bauqualität zu
sparen.
DIN
1053-1 erlaubt schlanke Wandkonstruktionen. In größerem Umfang können
11,5 cm dicke Raumtrennwände als tragend bemessen werden, die dann als
Deckenauflager zur Verfügung stehen. Dadurch werden die Deckenspannweiten
geringer, was gleichbedeutend ist mit einer reduzierten Deckendicke und einem
geringeren Stahlbedarf.

Insgesamt gesehen, ergeben sich Kostenreduzierungen und
erheblich größere Nettogrundrissflächen. Das Ziel ist jedoch nur erreichbar,
wenn auch die bauphysikalischen Anforderungen Schall-, Wärme- und
Brandschutz sicher erfüllt werden. KS bietet hierfür geeignete Lösungen.
Mauern ohne Stoßfugenvermörtelung
Mit der
DIN 1053‑1 sind verschiedene Mauerwerksausführungen genormt:
Vermauerung mit Stoßfugenvermörtelung, wobei die Lagerfugen stets vollflächig
zu vermörteln und die Längsfugen satt zu vergießen sind. Dagegen brauchen die
Stoßfugen nicht immer über die gesamte Fläche vermörtelt zu werden. Es müssen
jedoch die bauphysikalischen Anforderungen erfüllt werden.
Beim Mauern ohne Stoßfugenvermörtelung sind die Steine stumpf oder mit
Verzahnung knirsch bzw. ineinander verzahnt zu versetzen. Bei nicht knirsch
verlegten Steinen mit Fugendicken > 5 mm müssen die Fugen an der Außenseite
beim Mauern mit Mörtel verschlossen werden. Aufgrund der hohen Maßhaltigkeit
von KS‑Steinen können aber Fugendicken eg 2 mm erreicht werden.
Der Arbeitsablauf ist einfach. Er wird durch den Fortfall der Stoßfugenvermörtelung
erheblich beschleunigt. Der Lagerfugenmörtel ‑wahlweise als Normal‑
oder Dünnbettmörtel ‑wird vorzugsweise mit dem Mörtelschlitten, wenn möglich
auf ganzer Wandlänge, sonst in Abhängigkeit von der Witterung und der Art des
Mörtels, aufgezogen. Es entsteht eine gleichmäßig dicke Lagerfuge, die die
Reihenverlegung der Steine wesentlich erleichtert, weil das Verkanten und
Nachjustieren weitestgehend entfällt.
Mauerwerk ohne Stoßfugenvermörtelung beeinträchtigt die Drucktragfähigkeit
des Mauerwerks nicht. Das Nut-Feder-System erleichtert es dem Maurer, ebene
Wandflächen zu erstellen. Das Verkanten der passgenauen Steine wird vermieden.
Die Steinoberflächen bleiben sauber. Falls verlangt, können die Griffhilfen
verfüllt oder die Stoßfugen angeworfen werden.
Bei vergleichbaren Wanddicken und Steinrohdichten
gelten die gleichen Schalldämmmaße für KS-Mauerwerk mit und ohne Stoßfugenvermörtelung.
Die Maßhaltigkeit der KS‑Steine mit passgenauem Nut‑Feder‑System ermöglicht es, mauerwerksabdichtende Arbeiten zu
minimieren. So ist der Brandschutz von raumabschließenden KS-Wänden bei Ausführung
ohne Stoßfugenvermörtelung nach DIN 1053 ohne Putz oder Verspachtelung gewährleistet.
Bei Schallschutzanforderungen ist mindestens ein einseitiger Putz oder
beidseitiger Spachtelputz anzuordnen.
In
Ausnahmefällen kann es erforderlich sein, die Stoßfugen zu vermörteln. Unter
anderem bei:
•
bewehrtem Mauerwerk nach DIN 1053-3 (gilt nicht für konstruktiv
bewehrtes Mauerwerk),
• bei einschaligem Mauerwerk
ohne Putz, bei
dem Winddichtigkeit gefordert ist,
• der Druckzone von Flachstürzen
sowie
• Kelleraußenwänden in Abhängigkeit
von der Lastabtragung und dem gewählten Abdichtungssystem.
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Wandanschlüsse
in Stumpfstoßtechnik
Sollen
Wände durch Querwände ausgesteift werden, so darf eine unverschiebbare
Halterung nur dann angenommen werden, wenn die Wände aus Baustoffen gleichen
Verformungsverhaltens bestehen und gleichzeitig im Verband hochgeführt werden
oder wenn die zug- und druckfeste Verbindung durch andere Maßnahmen
gesichert ist.
Unter diesen anderen Maßnahmen ist z. B. .der Wandanschluss in Stumpfstoßtechnik
zu verstehen, wenn er statisch nachgewiesen ist, die Anschlussfuge der Wände
vermörtelt ist und im Bereich des Stumpfstoßes Edelstahl-Flachanker
eingelegt sind. Unter diesen Voraussetzungen können die ausgesteiften Wände
auch als drei- oder vierseitig gehalten nachgewiesen werden. Bei
zweiseitig gehaltenen Wänden wird empfohlen, die Querwände konstruktiv mit
Edelstahl - Flachankern anzuschließen. Die Anschlussfuge ist auch hierbei voll zu
vermörteln. Beim Bauen in erdbebengefährdeten Gebieten ist örtlich zu klären,
ob z. B. ein Stumpfstoß noch ohne rechnerischen Nachweis zulässig ist.
Anwendungsbereich
Die Außenecken
der Kelleraußenwände sind grundsätzlich zu verzahnen. Alle übrigen
Wandanschlüsse können stumpf gestoßen werden. Für bis zu viergeschossige Gebäude
ist die Regelausführung zeichnerisch dargestellt.
Vorteile der Stumpfstoßtechnik
• Stumpfstoß ist
zwischen allen Wänden möglich.
• Wände aus Steinen
mit unterschiedlichen
Steinhöhen sind problemlos zu kombinieren.
• Mehr
Bewegungsspielraum und Lagerfläche auf der
Geschossdecke.
• Vereinfachter Einsatz
von mechanischen
Versetzhilfen und Gerüsten.
• Einsparung von
Arbeitszeit und Mörtel.
Baukonstruktive Grundsätze
•
Keine zusätzliche Bewehrung in den
Stahlbetondecken über den Stumpfstößen.
• Bei d :s 17,5 cm
Decke voll aufliegend.
• Gebäudeecken sind
miteinander zu verbinden
(Mauerwerksverband oder Anker).
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Im
Vorfeld der Beratungen zur Wärmeschutzverordnung '95 gab es einige Stimmen, die
vor einer drastischen Erhöhung der Baukosten durch die Anforderungen der neuen
Wärmeschutzverordnung warnten. Vergleichende Berechnungen haben gezeigt, daß
die Baukostenerhöhung durch die Wärmeschutzverordnung '95 gering (ca. 2 bis
4%) ausgefallen ist. Vorausgesetzt, es werden intelligente Lösungen auf allen
Ebenen verwirklicht.
Voraussetzung für eine wirtschaftliche Gebäudebemessung entsprechend den
Anforderungen der Wärmeschutzverordnung ist ein gleichmäßiger, guter Wärmeschutz
aller Bauteile. Mangelnden baulichen Wärmeschutz mit Anlagentechnik zu
kompensieren, ist weder wirtschaftlich noch bauphysikalisch sinnvoll.
Die Empfehlungen der Kalksandsteinindustrie für einen ausgewogenen Wärmeschutz
einzelner Bauteile ohne Kostensprünge sind für Gebäude ohne Lüftungsanlagen
in der nebenstehenden Tafel angegeben.
Die zukunftsorientierte Konzeption für den Wärmeschutz heißt: hochgedämmte
KSAußenwände und massive, wärmespeichernde Innenwände. Mit dieser
wirtschaftlichen Kombination werden sehr gute Ergebnisse im Bereich des
winterlichen und auch im Bereich des sommerlichen Wärmeschutzes erreicht, die für
den Bauherrn günstige Baukosten und Werterhaltung bedeuten.
Ausblick
In der Begründung für die Novelle der WSchVO ist die Absichtserklärung der
Bundesregierung enthalten, das Anforderungsniveau der WSchVO nochmals um 25 bis
35% zu erhöhen. Weiterhin ist wesentlich, daß mit dem vorgesehenen
Nachweisverfahren und der Einführung eines Wärmebedarfsausweises der erste
Schritt gegangen wird, Gebäude energetisch zu klassifizieren.
* Ein Wärmeschutz, der über dem Anforderungsniveau
der WSchVO liegt, ist zukünftig ein wertbestimmendes Merkmal.
* Das Anforderungsniveau der WSchVO ist nur
eine gesetzlich festgelegte Mindestanforderung.
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Wärme Schall- und Brandschutz
... optimal und zukunftsweisend erfüllt
Einschalige Außenwände
In der Tabelle wurden ausschließlich Wärmedämmverbundsysteme
(Thermohautsysteme) berücksichtigt. Andere Systeme sind möglich. Der
Wärmedurchgangskoeffizient der Wand
kw hängt wesentlich von der Dicke der Dämmschicht ab. Aus
heutiger Sicht sollten Dämmschichtdicken zwischen 80 und 150 mm
ausgeführt werden.
Je nach Systemaufbau (Dämmschicht, Ge- Verglichen mit dem Wärmeschutz
der zuvor wicht des Außenputzes) kann durch das Wär medämmverbundsystem
eine Verringerung,
aber auch eine Erhöhung des bewerteten Schalldämm-Maßes auftreten. Eine
Verringerung kann je nach putzausführung zwischen 1 dB und 4 dB
gegenüber einer Wand ohne Dämmung liegen. Dennoch werden die
Anforderungen zum Schutz gegen Außenlärm bei Wänden von Wohnhäusern
nach DIN 4109 sicher erfüllt. Wegen des hohen, durch das tragende
KS-Mauerwerk erreichten Schalldämm-Maßes spielt die vorgenannte,
gegebenenfalls vorhandene Abminderung kaum eine Rolle.
Zweischallge Augenweide
Verglichen mit dem Wärmeschutz der zuvor beschriebenen, einschaligen
Außenwänden sind die k-Werte fast gleich. Deutlich besser ist jedoch
der Schutz gegen Außenlärm, der
zunehmend an Bedeutung gewinnt. Zweischalige Außenwände eignen sich für
alle Lärmpegelbereiche, auch für die mit höchster Beanspruchung.
Bei zweischaligem Mauerwerk ist ein Schalenabstand von 15 cm zulässig.
Die Mindestdicke der Außenschale beträgt 9 cm. Anmerkung:
Verblendschalen sind in Mörtelgruppen ll/IIa auszuführen. Ausgenommen
ist der Mörtel der nachträglichen Verfugung oder bewehrtes Mauerwerk.

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Dehnungsfugen
In
der Außenschale sind vertikale Dehnungsfugen anzuordnen:
• Im Bereich der Gebäudeecken,
• bei langen Mauerscheiben im Abstand von etwa
8 cm,
• bei großen Fenster‑ und Türöffnungen
in Verlängerung der Laibungen.
Zusätzliche
Dehnungsfugen sind unter Balkonen etc. anzuordnen.
Die
unterschiedlichen Verformungen von Außen‑ und Innenschalen sind bei über
mehrere Geschosse gehenden Außenschalen auch bei der Ausführung von Türen und
Fenstern zu berücksichtigen.
Innenwände
Das
geforderte, bewertete Schalldämm‑Maß R'w = 57 dB kann mit einschaligen,
30 cm dicken Wänden der Steinrohdichteklasse 2,0 erreicht werden.
KS-Mauerwerk
in Dünnbettmörtel wird im allgemeinen mit einem Spachtelputz versehen. Das Flächengewicht
des Spachtelputzes ist gering. Bei der Berechnung des bewerteten Schalldämm-Maßes
wurde es nicht berücksichtigt. Deshalb sind für KS-Mauerwerk in Dünnbettmörtel
mit Spachtelputz dieselben Werte einzusetzen wie für Mauerwerk ohne Putz.
Nutzflächengewinn
d = 15 cm, d = 20 cm
Einen
deutlichen Nutzflächerigewinn erlauben 2 x 15 cm dicke Haustrennwände. Die
Ausführung kann mit KS-R-Blocksteinen in Normalmörtel (Rom = 68 c113) oder
aber mit KS‑Planelementen (Rom = 69 dB) erfolgen.
Die
KS-PE-Wanddicke d = 20 cm ist für Wohnungstrennwände, insbesondere in
Studenten- und Seniorenwohnheimen mit wenig gegliederten Grundrissen
interessant. Mit beidseitigem 10-mm-Dünnputz erfüllt diese KS-PE-Wand dank
hoher Steinrohdichte die Anforderungen der DIN 4109 (Wohnungstrennwände (Rom =
53 aß). Alternativ wird die KS-PE Wanddicke d = 21,4 cm angeboten. Sie erreicht
bereits mit Spachtelputz ein Schalldämm-Maß von R'" = 53 dB. Die
Empfehlungen des erhöhten Schallschutzes werden mit 24 cm dicken KS-Wänden der
Steinrohdichteklasse 2,0 erfüllt (Rom = 55 aß).
Bauteile aus KS-Mauerwerk werden in die versicherungstechnisch günstige
Rabatt-Klasse (R) eingestuft, wodurch mindestens ein Rabatt von 10 % auf die Prämie
gegeben wird.
KS-Mauerwerk im Erdreich
KS-Mauerwerk
im Erdreich ist außerordentlich beständig, auch dann, wenn es ungeschützt
bleibt, oder wenn es ständig oder zeitweise im Grundwasser - nicht
aggressives Wasser - steht. Das hat die Auswertung von über 20 Jahre dauernden
Untersuchungsreihen an regierenden ergeben. Aufgrund der Untersuchungen wird
empfohlen:
• für ungeschütztes KS‑Mauerwerk im
Erdreich und im Grundwasserbereich Vollsteine der Festigkeitsklasse >= 20 zu
verwenden und
• im Frostbereich frostbeständige
Kalksandsteine KS Vb einzusetzen.
Beständigkeit gegen aggressive Wasser und Böden
Nach
DIN 4030 können Wasser und Böden Mauerwerk und Beton angreifen, wenn sie schädliche
Bestandteile beinhalten oder einen niedrigen pH‑Wert haben. Grenzwerte zur
Beurteilung des Angriffsgrades von Böden und Wässern enthält die Norm.
Bei
stark und sehr stark angreifenden Wässern und Böden ist das Mauerwerk zu schützen,
z. B. durch ein Abdichtungssystem.
Austrocknungsverhalten
Das
Austrocknungsverhalten und die Austrocknungszeiten von KS-Mauerwerk sind außerordentlich
günstig. Durch zahlreiche Untersuchungen an Steinen und Mauerwerkskörpern am
Institut für Bauforschung der Rheinisch-Westfälisch Technischen Hochschule
Aachen hat sich gezeigt, dass KS etwa die gleiche Zeit wie z. B. Ziegel benötigen,
um aus dem "saugsatten" Zustand bis hinunter zur
"Gleichgewichtsfeuchte" auszutrocknen.
Der
praktische Feuchtegehalt liegt bei 5 Vol.-% bzw. bei 2 bis 2,5 Gew.-%. Dieser
Feuchtegehalt wird z.B. bei der Festsetzung der Wärmeleitfähigkeit berücksichtigt.
Natürliche Radioaktivität
Die
natürliche Radioaktivität von Baustellen wird durch ihren Gehalt an Radium,
Thorium und Kalium bestimmt. Alle Baustoffe enthalten diese überall in der
Natur vorkommenden Elemente. Als Zerfallsprodukte entstehen Radon‑ und
Thorongas in geringen Mengen.
Am
Institut für Biophysik der Universität des Saarlandes - Prof. Muth, Dr. Keller
- wurden Kalksandsteine aus allen Bereichen Deutschlands untersucht. Die
Untersuchungen haben gezeigt, dass die Werte für die Konzentration der
Radionuklide für KS-Mauerwerk im Vergleich zu anderen Baustoffen sehr niedrig
liegen. Und auch die Radonund Thoron-Exhalationsraten des Kalksandsteins sind im
Vergleich zu anderen Baustoffen gering.
Strahlenschutz in Gebäuden
Kalksandsteine
weisen eine relativ hohe Abschirmwirkung gegenüber Röntgenstrahlung auf. Die
Abschirmwirkung wird als Bleigleichwert angegeben. Der Bleigleichwert gibt die
Materialdicke eines Stoffes in mm an, die der gleichen Schwächung von Röntgenstrahlung
wie eine Schutzschicht aus Blei mit 1 mm Dicke entspricht.
An
der Universität Hannover wurden für Kalksandsteine Messungen durchgeführt,
wobei verschiedene Röntgenröhrenspannungen berücksichtigt wurden. Für KS-Vollsteine
der Rohdichteklasse 1,8 bis 2,0 ohne Hohlsaums haben sich die Bleigleichwerte
der folgenden Tafel ergeben.
KS
33 Tab 1
KS in der Landwirtschaft
Im
Bereich des landwirtschaftlichen Bauens haben sich Kalksandsteine seit
Jahrzehnten bewährt. Das gilt sowohl für Wohn- und Betriebsgebäude als auch für
Stallgebäude. In diesem
Zusammenhang sei auch auf die langjährigen guten Erfahrungen beim Bau von Güllegruben
und -kanälen - auch aus dem Bereich der Schweinemast - verwiesen. Selbst bei
jahrzehntelanger Nutzung in diesen Bereichen sind kaum Korrosionserscheinungen
am Mauerwerk aufgetreten.
Zur
besseren Reinigung von Güllekanälen und -gruben empfiehlt es sich jedoch, das
unverputzte Mauerwerk mit einem geeigneten Abdichtungssystem zu versehen.
Priniärenergleeinheit PEI
Der
erforderliche Primärenergiebedarf für die Herstellung von Kalksandsteinen ist
aufgrund der Produktionstechnik und großer Anstrengungen zur Verminderung des
Energieverbrauchs gering und in den letzten 10 Jahren weiter reduziert worden.
Nahezu die Hälfte des Energiebedarfs wird für die Herstellung des Bindemittels
Kalk benötigt. Der Stromverbrauch von insgesamt etwa 15% ist ebenfalls gering,
ebenso wie der gesamte Primärenergiebedarf von 190,6 kWh/t für KSSteine. Von
Vorteil ist der sehr geringe Primärenergieverbrauch für Außenwandkonstruktionen.
Hochgedämmte
KS‑Außenwände vereinen Ökologie und Ökonomie vorbildlich. Wird
anstelle eines WDVS mit d = 8 cm Dämmstoffdicke d = 15 cm gewählt, so ist der
erhöhte Primärenergieverbrauch für die Herstellung bereits nach 1,95 Jahren
durch den geringen Verbrauch während der Nutzungsphase eingespart. Die
restliche Nutzungsphase führt zu deutlichen Einsparungen.