4. Mauerwerk
Das Erste und Auffälligste, was man auf
einer halbfertigen Baustelle sieht, ist das aufgehende Mauerwerk.
Spätestens ab hier ist
der Rohbau für den Fachmann wie ein aufgeschlagenes Lesebuch:
Er erkennt die
"Handschrift" des Architekten,
er zieht Rückschlüsse auf die
"Finanzkraft" der Bauherrschaft,
er erkennt, wie sorgfältig der
Bauunternehmer arbeitet,
er kann treffsichere Vermutungen darüber anstellen,
inwieweit die Prinzipien der Bauphysik beachtet oder -
häufiger ! - schändlich missachtet wurden.
Hier
- am Mauerwerk - sieht man, ob die Regeln der Schall- und
Wärmedämmung beachtet - oder mit Füßen getreten
- werden.
Oder ob die Wasserdichtigkeit der Wände, insbesondere nach Westen hin, woher der
Schlagregen kommt, gewährleistet ist.
Natürlich sieht der Sachkundige auch sofort, ob das Haus verblendet, verputzt
oder mit einem Vollwärmeschutzsystem versehen werden soll.
Sofern das neue Haus einen Keller hat - in Deutschland möchte
das fast jeder - dann sieht man am Kellermauerwerk , ob
für die Feuchtigkeits-Isolierung die nötige Vorsorge getroffen wurde.
Wurde "Stein auf Stein" gesetzt, hat man eine sehr inhomogene
Wand, und die vielen Fugen neigen zur Rissebildung. Dann kommt es häufig vor,
dass der Keller undicht ist oder wird, und dann hat man große Probleme.
Aus diesem Grunde empfehlen wir für die Kellermauern stets einem möglichst
wasserdichten Beton, da es sich hierbei quasi um einen homogenen Baustoff
handelt und keine Fugen vorhanden sind.
Allerdings - sofern es sich nicht um eine "Weiße Wanne"
handelt - darf auch bei einer homogenen Betonkellerwand nicht auf
eine ordnungsgemäße Feuchtigkeitsabdichtung verzichtet werden..
Wenn es möglich ist, all diese Dinge am Mauerwerk zu erkennen, muss es viele
verschiedene Mauerwerksarten oder besser: viele verschiedene
"wandbildende" Baustoffe geben.
Das ist auch tatsächlich der Fall,
und wir wollen Ihnen jetzt die wichtigsten und im Raum Aachen - Düren -
Heinsberg gebräuchlichsten Mauerwerk-Baustoffe vorstellen.