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Gipskartonplatten

Gipskartonplatten sind der Stahlbeton des Innenausbaus.
Das ist natürlich stark übertrieben, aber etwas Wahres steckt doch dahinter: Der Gipskern ist der Beton, und die Karton-Kaschierung ist der Bewehrungs-Stahl.
Der Gips bringt die Druckfestigkeit, und die Karton-Ummantelung sorgt für die Zugfestigkeit und damit auch für die Biegezugfestigkeit.
Gipskartonplatten sind aus dem gesamten Bereich des Innenausbau nicht mehr wegzudenken. 
Sie nehmen hier zweifelsohne eine "marktbestimmende Position" ein.
Sie sind überall bekannt und seit Jahrzehnten bewährt.
Wenn wir sie dennoch hier behandeln, dann eigentlich nur der Vollständigkeit halber, denn den meisten unserer Partner können wir über dieses Produkt nicht Neues mehr erzählen.
Aber vielleicht ist doch das Eine oder Andere für Sie interessant und lesenswert.
Beispielsweise die Produktion.

In modernen Produktionsverfahren werden Gipsplatten auf Bandstraßen endlos hergestellt.
Computergesteuerte Kontrollgeräte und die permanente Produktüberwachung (Eigen- und Fremdüberwachung) garantieren eine konstant hohe Produktqualität.
Beim Durchlaufen der Mahl- und Brennanlage wird der Gips zerkleinert und „entwässert".
Das im Gips enthaltene Kristallwasser reduziert sich auf 1/4 der Ausgangsmenge.
Gips und Zuschlagstoffe werden im Zwangsmischer zu einer pastösen Masse angerührt und auf die Rückseite des Sichtkartons aufgetragen, mit dem Rückseitenkarton abgedeckt und auf die richtige Plattendicke kalibriert.
Am Ende der Bandstraße werden die Platten mit zwei rotierenden Messern auf die gewünschte Länge gekappt, anschließend gewendet und in den Trockenofen eingefahren.
Bevor die sortierten Plattenpakete ins Lager transportiert werden, erfolgt an der Stapelanlage eine abschließende Qualitätsprüfung.

War doch ganz interessant, mal zu lesen, wie Baustoffe hergestellt werden, oder ?

Stabil und widerstandsfähig sollen Gipskartonplatten natürlich sein. 
Die technischen Eigenschaften sind in der DIN 18 180 festgelegt. In Deutschland ist eben alles geregelt und genormt.
Da die Fertigung auf einer Bandstraße erfolgt und die Gipskristalle eine Längsstruktur haben, weisen Gipskartonplatten eine kleine, aber doch merkbare "Faserwirkung"  auf. Ähnlich wie Holz, das eine starke Faserrichtung zeigt. Dieses bedeutet, dass GK-Platten in Querrichtung ein höheres Widerstandsmoment und damit eine größere Biegezugfestigkeit haben als in Längsrichtung. Insbesondere bei der Montage an Decken sollte man das beachten, d.h. immer "kreuzweise" arbeiten !
Bauphysikalische Eigenschaften
Brandschutz.  
Gips enthält immer eine bestimmte Menge an  "kristallin gebundenem" Wasser.
Darum ist dieser Baustoff für Brandschutzmaßnahmen hervorragend geeignet. 
Gipskarton Bau- und Feuerschutzplatten gehören nach der DIN 4102 zur Baustoffklasse A2 und sind „nichtbrennbar".
Verbundplatten mit einer Polystyrolbeschichtung entsprechen der Baustoffklasse B 2 und gelten damit als „normalentflammbar".
Wärmeschutz. Gipsplatten sind keine Wärmedämmplatten. Das wird von ihnen auch nicht erwartet. Dennoch besitzen sie noch einigermaßen brauchbare Wärmedämmeigenschaften: Wl=0,21 W/m.K.
In Verbindung mit Dämmstoffen werden die Anforderungen der  Wärmeschutzverordnung (WSVO) erfüllt.
Schallschutz. Trockenbau-Systeme aus Gips weisen wegen des relativ hohen Gewichtes sehr gute Schallschutzeigenschaften auf.
Die schalltechnisch als „biege-weich" eingestuften Gipskartonplatten-Systeme garantieren    - in Verbindung mit Mineralfaserdämmstoffen -    als Trennwände, Vorsatzschalen, Deckenbekleidungen usw. optimalen Schallschutz.
Für besondere Anforderungen, z. B. für Brandschutz oder Feuchtbeanspruchung in häuslichen Bädern stehen Spezialplatten  für Feuerschutz-Konstruktion oder imprägnierte Gipsplatten zur Verfügung.
Auf entsprechenden Unterkonstruktionen sind feuerhemmende (F30, F60) oder feuerbeständige (F90), wärmedämmende und schalldämmende Konstruktionen herzustellen.
Leichte Verarbeitung  
Gipsplatten sind leicht zu bearbeiten. Es werden die üblichen Standardwerkzeuge benötigt. Die Montage ist einfach und problemlos möglich.
Ausgereifte Verspachtelungssysteme gewährleisten glatte Wand- und Deckenflächen.

Werkzeuge

     
Die oben abgebildeten Werkzeuge hat jeder Profi-Trockenbauer in seiner Kiste. Mehr braucht man eigentlich nicht.
Heimwerker und Selbermacher sind meistens genau so gut ausgerüstet.
Übrigens: Alle Bauwerkzeuge gibt es bei 
BOENDGEN  in echter Profi-Qualität zu oft unvorstellbar günstigen Preisen. Kein billiger Schund, denn wir meinen:
Gutes Werkzeug ist die halbe Arbeit ! 
 
Je nach Art der Verwendung haben Gipskartonplatten verschiedene

Platten- und Kantenarten

Bauplatten (GKB) Gipsbauplatten, zur Herstellung von Wand- und Decken-Systemen.
Feuerschutzplatten (GKF) Feuerschutzplatten mit faserarmiertem Gipskern. Für die gleichen Anwendungsbereiche wie die der zusätzlichen Anforderungen an den Bauplatten, bei Brandschutz.
Kompaktplatten (GKF) Feuerschutzplatten mit vielseitigen Einsatzmöglichkeiten als Bau-, Feuerschutz- und Feuchtraumplatten für Wand- und Deckensysteme sowie Bekleidungen mit massivem Charakter.
TE-Bodenplatten (GKB)
Bodenplatten hoher Dichte für das Trockenunterbodensystem TE
Bauplatten imprägniert (GKBi) Bauplatten (kernimprägniert) mit verzögerter und geringerer Wasseraufnahme. Für häusliche Bäder und ähnlich genutzte Räume.
Feuerschutzplatten imprägniert (GKFi) Feuerschutzplatten (kernimprägniert), mit faserarmiertem Gipskern.
Mit einer verzögerten Wasseraufnahme ausgestattet, werden sie ebenfalls in häuslichen Bädern mit  zusätzlichen Anforderungen an den Brandschutz  verwendet.
HRAK-halbrunde abgeflachte Kante Vorzugsweise zur Verspachtelung ohne Bewehrungsstreifen mit Fugenspachtel „ Vario".
AK - abgeflachte Kante Verspachtelung nur mit Bewehrungsstreifen mit Fugenspachtel „Uniflott".
HRK-halbrunde Kante Vorwiegend für den Do-it-yourself Bereich. Verspachtelung mit Fugenspachtel „Vario” ohne Bewehrungsstreifen.
VK - volle Kante Längskante der TE- Bodenplatte.
Sie sehen: An alles ist gedacht, da bleibt kaum ein Wunsch offen.

Und jetzt noch zum Schluss ein paar Worte zu 

Transport /Lagerung

Um eine hohe Qualität beim Ausbau mit Gipsplatten zu erreichen, sollten die nachfolgenden Empfehlungen berücksichtigt werden:
Gipsplatten werden hochkant getragen oder mit geeigneten Transportmitteln (Hubwagen, Plattenwagen oder Plattenroller) befördert.




Um eventuellen Schäden (Verformungen oder Brüchen) vorzubeugen, müssen Gipsplatten auf Unterlage (Palette) oder auf einer ebenen Kanthölzern im Abstand von bis zu  35 cm gelagert. 
Bei der Plattenlagerung ist werden. auf die Tragfähigkeit des Untergrundes zu achten. 
50 Feuerschutzplatten, 5,0 kN/m² (ca. 500 kp/m²), Dicke 12,5 mm, belasten die tragende Decke mit etwa 5,65 kN/m² (565 kp/m²). 
Platten und Zubehör sind vor Feuchtigkeit und Witterungseinflüssen zu schützen. 
Feucht gewordene Platten sind vor der Montage auf ebener Unterlage vollständig zu trocknen.
Gipsprodukte - Platten, Ansetzgips und Fugenfüller - sind grundsätzlich innerhalb von Gebäuden aufzubewahren.

Zuschnitt und Bearbeitung sind zwar nicht "kinderleicht", aber doch relativ einfach und auch für Anfänger schnell zu erlernen.
Nur Mut, es wird schon "schiefgehen"!

Zuschnitt. Gipsplatten sind mit einem Gipskarton- oder Klingenmesser leicht zu schneiden. Die Platten sollten auf ebener Unterlage, im Plattenstapel oder auf einem Zuschnitt-Tisch flach aufliegen. Sichtseitenkarton einschneiden (Richtlatte verwenden), Platte im Gipskern brechen und Rückseitenkarton durchtrennen. 
Kantenfasung. Schnittkanten mit dem Kantenhobel oder einem Messer im Winkel von ca. 30° und bis etwa 2/3 der Plattendicke anfasen. 
Den Sichtseitenkarton im Schnittbereich mit einem Surform- Hobel oder Schleifpapier brechen.
Besonders exakte Zuschnitte sind mit einem feinzahnigen Fuchsschwanz zu erreichen.



Platten-Aussparungen. Installationsaussparungen, Löcher und Durchdringungen einmessen, anzeichnen und mit einer Loch- oder Stichsäge bzw. einem Stichling ausschneiden.  
Der Lochdurchmesser sollte umlaufend ca. 10 mm größer als der Rohrdurchmesser sein. 
Die Rohre und Leitungen dürfen keinen Kontakt zu der Beplankung haben.



Befestigung

Gipsplatten können auf Unterkonstruktionen aus Holz bzw. Metall befestigt oder mit „Ansetzgips" auf vertikale Bauteile geklebt werden. 
An schrägen oder horizontalen Bauteilen - Decken und Dächern - ist das Kleben nicht gestattet. 
Nägel und Klammern müssen für die Verwendung an Decken und Dächern beharzt sein. 
An Stößen und Kanten sind die Befestigungsmittel um 5-10 mm zu versetzen und folgende Randabstände einzuhalten:


Kanten mit Karton   bis 10 mm, 

Kanten ohne Karton bis 15 mm
Schrauben, Klammern oder Nägel rechwinklig zur Platten-ebene so tief versenken, dass ein einwandfreies Verspachteln möglich ist. 
Es dürfen keine Verformungen (Stauchungen) entstehen. 
Die Länge der Befestigungsmittel ist abhängig von der jeweiligen Platten- bzw. Beplankungsdicke und der notwendigen Eindringtiefe (s). 
Schnellbauschrauben müssen die Metallprofile mindestens10 mm durchdringen.  

Abstände der Befestigungsmittel







Befestigungs-mittel



Schrauben
Nägel 2)
Klammem
Max. Abstände an Metallprofilen oder Holzkonstruktionen
Wand 1)
bis250
bis170
bis  80 
Decke 1)
bis170
bis120
bis  80
1) Bei mehrlagigen Beplankungen können die Befestigungsmittelab-Stände der unteren Lagen bis zu einem 3-fachen vergrößert werden.
2} Bei Brandschutzanforderungen betragen die Abstände 120 mm.  
Eindringtiefen von Befestigungsmitteln in Holzkonstruktionen





Befestigungsmittel   
Schnellbauschrauben
Klammern  
Nägel mit glattem Schaft
Nägel mit gerilltem Schaft 
Mindesteindringtiefe s
bis 5 dN
bis15dN
bis12dN
bis 8 dN
dN = Nenndurchmesser bei Schrauben, Nägeln und Klammern.





Noch irgendwelche Fragen ??? - - -

Keine Angst ! Es gibt keine dummen Fragen. Höchstens dumme Antworten.
Und die bekommen Sie bestimmt nicht von unseren fachkundigen und kompetenten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ! 

Denn jeder weiß:

BOENDGEN hilft BAUEN